|
DIE GESCHICHTE DER
ÖSTERREICHISCHEN ASTROLOGISCHEN GESELLSCHAFT
1908. Am 24. September
1908 um 20:10 Uhr Ortszeit (19:04:32 GMT) wird in Wien XIX die „Astrologische
Gesellschaft“ gegründet. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt.
Die Konstellationen des Gründungshoroskopes dennoch schwierig. Ein
Planet noch gar nicht entdeckt. Wenig deutet daraufhin, dass hier geboren
wird, was einst die älteste astrologische Vereinigung der Welt werden
soll. (zum Gründungshoroskop)
Der Zweck des Vereins ist, „das wissenschaftliche Studium der Astrologie
in Österreich zu fördern und den Nutzen der astrologischen Wissenschaft
der Gesamtheit zu erweisen. Hiebei soll jede mißbräuchliche
Anwendung astrologischer Kenntnisse, insbesondere deren gewerbsmäßige
Ausbeutung, vermieden und bekämpft werden.“
Gründungsvater ist der Wiener Schauspieler Karl Brandler-Pracht,
der 1905 unter dem Titel „Mathematisch instruktives Lehrbuch der
Astrologie“ das erste (!) astrologische Lehrbuch in deutscher Sprache
veröffentlicht – und damit den Grundstock für die ÖAG-Bibliothek
legt. Zuvor hat es lediglich Lehrbücher auf Latein und mehr oder
minder unverständliche Übersetzungen antiker Texte gegeben.
Erster Präsident der Gesellschaft wird jedoch nicht Brandler-Pracht,
sondern dem kaiserlichen Wien geziemend ein Adeliger, Hofrat Alexander
von Sauer-Csáky. Vizepräsidentin wird Baronin Helene Hamar.
Am 24. Oktober 1908 findet um 20 Uhr der erste öffentliche
Vortrag statt. Im „Vortragssaale des Wissenschaftlichen Klubs“im
Wiener Ingenieur- und Architektenverein in der Eschenbachgasse 9, Wien
I. Der Titel lautet: „Die versunkene Atlantis im Lichte der modernen
Wissenschaft“. Vortragender ist Julius Nestler, Professor aus Prag.
Am darauffolgenden Tag referiert er am selben Ort um 19 Uhr „Zur
Geschichte der Astrologe“.
Übrigens wurde die Gründung des Vereins bereits am 20. August
1908 polizeilich genehmigt.
1909 Die Gesellschaft zählt 25 Ordentliche Mitglieder.
Karl Brandler-Pracht hält die ersten Kurse in kostspieligem Rahmen
im noblen Hotel Klomser ab, was die Zahl der Mitglieder exklusiv, jedoch
niedrig hält.
1910 Es kommt zu ersten Spaltungen der Gesellschaft.
Der Mond läuft in der Sekundärdirektion ins Quadrat zu Uranus,
das MC ins Anderhalbquadrat zu Mars. Eine Gruppe Abtrünniger tendierte
zur theosophischen Richtung, eine andere zur anthroposophischen à
la Rudolf Steiner. Eine weitere wiederum wollte sich von jeglicher metaphysischen
Bindung befreien.
1912. Am 22. Mai 1912 wird Bibliothekarsdirektor Wilhelm
Knappich als neuer Präsident der Gesellschaft gemeldet.
1913. Am 19. Juni 1913 löst ihn bereits Dr. Fritz
Wilhelm ab.
1914. Der Erste Weltkrieg legt die Aktivitäten der
Astrologischen Gesellschaft lahm. Die progressive Sonne war gerade in
die exakte Opposition zum Radix-Saturn getreten.
1923. Karl Brandler-Pracht wiederbelebt die Gesellschaft.
Progressive Sonne Sextil Radix-Venus in Löwe.
1925. Umbenennung in „Erste Astrologische Gesellschaft“.
Präsident ist mittlerweile der Unternehmer Ing. Arnold Grohn, der
1923 aus dem Baltikum nach Wien umgesiedelt ist. Grohn unterstützt
die Gesellschaft laufend finanziell und ermöglicht auch die Herausgabe
weiterer astrologischer Werke von Brandler-Pracht.
1939. Am 3. Februar 1939 löst das nationalsozialistische
Regime die Astrologische Gesellschaft auf. Wilhelm Knappich und Gräfin
Zoé Wassilko-Serecki, die zu diesem Zeitpunkt Vizepräsidentin
ist, bewahren das Erbe und geistige Eigentum der Gesellschaft. Das progressive
MC war gerade ins Anderthalbquadrat zum Radix-Neptun (Auflösung)
gelaufen. Die Sonne hatte bereits ein Jahr zuvor Zeichen gewechselt, und
der progressive Mond (und nunmehrige Herrscher des progressiven Aszendenten
im Krebs) folgte ihr jetzt in den Skorpion nach.
1945. Am 29. September 1945, unmittelbar nach dem Zweiten
Weltkrieg, findet im Palais Pálffy die Wiederbelebung der Astrologischen
Gesellschaft statt. Wilhelm Knappich wird wieder zum Präsidenten
gewählt. Der progressive Krebs-Aszendent hatte da das Quadrat zum
Radix-Saturn überwunden. Im Regressiv hatte der Meridian exakt die
Mondknotenachse erreicht und die Sonne das genaue Sextil zu Merkur. Auch
der regressive Aszendent hatte das Areal des Saturns im Widder hinter
sich gelassen.
1946. Am 19. August 1946 wird die Auflösung der
Gesellschaft offiziell außer Kraft gesetzt.
Am 17. Oktober 1946 findet die offizielle Wiedergründung des Vereins
statt. Der Name wird in „Österreichische Astrologische Gesellschaft“
geändert. Der im Progressiv rückläufige Merkur wechselte
gerade von Skorpion retour in sein Radix-Zeichen Waage. Und das progressive
IC stand in Konjunktion mit Jupiter. Bei der Neugründung um 20:00
Uhr MEZ stand im Transit der Aszendent exakt auf dem Radix-Pluto der Gesellschaft
von 1908. Und die Sonne war in Konjunktion mit dem Radix-Merkur.
1949. Am 24. November 1949 wird Gräfin Wassilko
zur Präsidentin gewählt. Sie wird es 24 Jahre bleiben und damit
die längst dienende Vorsitzende sein. Die Gesellschaft zählt
zu diesem Zeitpunkt 154 Mitglieder.
1956. Im März gibt die ÖAG erstmals die Publikation
„Tradition und Fortschritt der klassischen Astrologie“ heraus.
1974. Am 24. Jänner 1974 wird die damals 78-jährige
Emma Ritter zur Präsidentin gewählt. Sie war damals kaum gesünder
als die im Sterben liegende Gräfin. Beides Ausdruck einer Krise der
Gesellschaft, der damals die Mitglieder abhanden kamen und deren Gesellschaftsvermögen
ein – wie es hieß – „Debet-Saldo“ aufwies.
Anders gesagt: Die ÖAG hatte Schulden. Die Auflösung wurde ernsthaft
erwogen. Im Progressiv hatte das MC das Saturn-Areal verlassen, aber der
progressive Saturn stand nun im exakten Sextil zum Radix-MC. Der progressive
Aszendent war in Löwe gewechselt. Die würdelose Radix-Sonne
in Waage hatte die Herrschaft übernommen. Venus (Herrin des ICs)
hatte ebenfalls Zeichen gewechselt und war in den Skorpion gewandert.
1977. Am 31. März 1977 verbietet der verschlechterte
Gesundheitszustand Ritters neuerliche Kandidatur. Zu ihrem Nachfolger
als ÖAG-Präsident wird Mag. Sándor Belcsák gewählt.
Der progressive Aszendent stand in nahezu bogenminuten-exakter Konjunktion
zum Radix-MC. Ein markanter Achsensturz, eine bedeutsame Wende in der
ÖAG.
Belcsák nimmt die 1973 abgerissene Publikationstätigkeit der
ÖAG wieder auf und wandelt die „Tradition und Fortschritt der
klassischen Astrologie“ in „Qualität der Zeit“
um, veranstaltet Vorträge und Kurse. Nahezu alle heute bekannten
(und guten) Astrologen Österreichs gehen durch seine Schule.
1997. Die ÖAG vergibt erstmals das Astrologen-Patent
an 12 „Autorisierte Astrologen“. Der Prüfung gehen eine
dreijährige Ausbildung und das Verfassen einer eigenständigen
Diplomarbeit voraus.
1999. Am 17. November 1999 stirbt Sándor Belcsák
nach 22-jähriger Präsidentschaft. Im Progressiv waren Merkur
und die Sonne ins Quadrat zu Saturn geraten. Der progressive Aszendent
stand exakt im Anderthalbquadrat zu Saturn. Und Venus (Herrin von 10)
hatte die Opposition zum Radix-Aszendenten erreicht sowie das Quadrat
zum Radix-Jupiter. Größzügige Spenden der Mitglieder und
Freunde der ÖAG retteten damals die Gesellschaft aus ihrer bis dahin
größten Finanzmisere.
Zu Belcsáks Nachfolgerin wird Liliane Korotin gewählt.
2003. Am 25. September 2003 wird Dr. Harald Thurnher zum Präsidenten gewählt. Die progressive Sonne im Quadrat zum Saturn. Der progressive Aszendent lief ins exakte Sextil zum Radix-Geburtgebieter Merkur.
2004. Am 24.6.2004 übernimmt Liliane Korotin wieder
die Präsidentschaft
2005. Am 26.2.2007 wird Brigitte Strobele zur Präsidentin der ÖAG gewählt.
|
|